05.04.2015

CWT - kurz erklärt


  • Beim Classroom Walkthrough handelt es sich um regelmäßige, kurze, informelle aber fokussierte (durch "Look-fors") Unterrichtsbesuche, begleitet von Phasen des Feedbacks, der Reflexion und des Dialogs.
  • Die Schulleitung (oder das Leitungsteam bzw. Kolleg/innen) führt Lehrer/innen von Zeit zu Zeit in eine reflektierende Praxis und zur dialogischen Auseinandersetzung über die Wirkung der Lehr- und Lernprozesse bei Schüler/innen, der Lehrperson und auch bei sich selbst.
  • Der dialogisch-reflektierende Ansatz kann eine optimale Lernumgebung für das System Schule bieten, da durch den Classroom Walkthrough ein Lernen auf allen Systemebenen (bei Lehrpersonen, Schulleitung, Schüler/innen und anderen Mitarbeiter/innen) initiiert werden kann.
  • Der CWT ist nicht für die herkömmliche Leistungsbeurteilung der Lehrpersonen gedacht. Es wäre unseriös, eine Beurteilung aufgrund einiger kurzer Unterrichtsbesuche erstellen zu wollen.
  • Im Gegenteil: Der Classroom Walkthrough und dem Konzept innewohnende Prozesse basieren auf der Bereitschaft zum fortlaufenden Lernen und zur wertschätzenden Kommunikation auf Augenhöhe. Das Herzstück dieses Konzeptes liegt in der Öffnung zur Reflexion.


Ich habe die Walkthrough-Philosophie als adaptiertes Konzept selbst an meinem Schulstandort erprobt und weiter entwickelt und ich konnte schon bald nach den ersten Entwicklungsschritten und Veränderungen meines Schulleitungshandelns eine höhere persönlichere Wirksamkeit im Schulalltag erfahren. Wichtig ist es, sich die Zeit für den CWT zu nehmen - trotz aller Aufgaben, die wir im Alltag zu erledigen haben. Zugegebenermaßen ist das nicht einfach.

Im Rahmen von Fortbildungsseminaren für Schulleitungen erfährt dieses Konzept immer mehr Interesse und eine sehr große Resonanz.

Gründe dafür:

  • Manche Inhalte des CWT-Konzeptes sind nicht neu – nur die Sichtweise und Herangehensweise im Sinn von „Leadership for Learning“.
  • Das Konzept ist sehr stark mit der Praxis der Schulleitung verbunden und es kann schrittweise wirkungsvoll umgesetzt werden.
  • Es macht sowohl bei der Schulleitung als auch im Kollegium persönliche Lernschritte möglich. Man kann den persönlichen Ausgangspunkt selbst im Konzept finden. Motto: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!
  • Der strukturelle Rahmen des CWT unterstützt die Schulleitung, das Team etc. Schritt für Schritt  bei der Implementierung.
  • Der CWT fokussiert letztendlich auf beziehungsstärkendes Lernen auf allen Systemebenen.
  • Bei forschungsbasierter Implementierung ermöglicht der CWT einen geschützten Rahmen für die Entwicklung unterrichtsbezogener Führung und unterrichtswirksamer Schulleitung im Sinn von „Leadership for Learning“.

 

Basisliteratur:

Schwarz, J. (2013): Unterrichtsbezogene Führung durch Classroom Walkthrough. Schulleitungen als Instructional Leaders. Studienverlag. Wien-Innsbruck-Bozen.

Schratz, M. (2010):Schulleitung als Leadership. In: Rolff, H.G.(Hrsg): Führung, Steuerung, Management. Klett-Kallmeyer. Seelze.

Kachur, Stout, Edwards (2010): Classroom Walkthroughs. To improve teaching and learning. Eye on Education. New York.

MacBeath, J. (2007). Leading learning and learning to lead. In: Leadership. Journal für Schulentwicklung. Heft 1. 10.Jahrgang. S. 21 – 31. Studienverlag. Innsbruck.

MacBeath, J. (2009). Connecting Leadership and Learning: Principles for Practice. Routledge. Abingdon.Oxon

Downey, C.J./Steffy, B.E./ English, F.W./ Frase, L.E./Poston, W.K. (2004). The Three-Minute Classroom Walk-Through. Changing School. Supervisory Practice.  One Teacher at a Time. Corwin Press. Thousand Oaks. California.